Prozess der Wesentlich­keitsanalyse 2014:
Ziegel

Wertschöpfungskette:
Ziegel

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Im Folgenden sind die wichtigsten Stufen der Wertschöpfungskette für den Bereich Hintermauerziegel, Vormauerziegel, Tondachziegel, nicht jedoch für Flächenbefestigungen aus Ton beschrieben. Die Beschreibung gilt für die Business Units Clay Building Materials Europe und die entsprechenden Produktgruppen von General Shale der Division North America.

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Nachhaltigkeit in der Lieferkette und bei Rohstoffen

Die wichtigsten Rohstoffe für Ziegel sind Ton und Lehm. Diese werden entweder in Wienerberger Tongruben abgebaut oder von Lieferanten bezogen. Beim Betrieb einer Abbaustätte geht es in vielerlei Hinsicht um den Schutz der Menschen. Neben Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter betrifft dies auch die Minimierung der Belastung der Anrainer mit Lärm und Staub. Der Rohstoffabbau bringt immer auch einen Eingriff in die Natur mit sich; dieser Eingriff ist während des laufenden Betriebs möglichst gering zu halten. Aufgelassene Abbaustätten sind zu rekultivieren, zu renaturieren oder einer Nachnutzung zuzuführen. Für eine langfristige Versorgungsstrategie ist die ausreichende Verfügbarkeit regionaler Abbaustätten von großer Bedeutung. Um die erforderlichen Produktqualitäten zu erhalten, werden Zusatzstoffe wie Sand, Kies und Schotter sowie Zuschlagstoffe wie Stroh, Papierfasern oder Polystyrol für die Produktion von Hintermauerziegel eingesetzt. Manche Hintermauerziegel sind mit Materialien wie Mineralwolle oder Perlit gefüllt, damit sie besser Wärme dämmen. Vormauerziegel erhalten durch unterschiedliche Produktionsmethoden eine große Vielfalt an Farben, Oberflächenstrukturen und Formaten. Zum Beispiel entstehen spezielle Oberflächeneffekte bei Vormauerziegeln durch Besandung, Walzen, Engobieren oder Bürsten. Dachziegel werden glasiert oder engobiert, um weitere Gestaltungseffekte zu erzielen beziehungsweise um sie langlebiger zu machen. Alle diese Stoffe und Substanzen sollen frei von Gefahrstoffen sein. Füllstoffe aus erneuerbaren oder mineralischen Materialen wie etwa Mineralwolle oder Perlite weisen ökologische Vorteile auf. Organische und kohlenstoffhaltige Komponenten im Ton (z.B. Bitumen) sowie in Zusatzstoffen führen zu klimarelevanten CO2-Emissionen im Produktionsprozess. Bei Ton und Lehm kann darauf kaum Einfluss genommen werden. Bei Zuschlag- und Füllstoffen kann die CO2-Emission durch den Einsatz biogener Stoffe, die als klimaneutral gelten, verringert werden.

Umweltaspekte in der Produktion

Ein wichtiger Einflussfaktor auf die Umwelt ist bei der Produktion keramischer Ziegel der Energieverbrauch für energieintensive Prozesse, wie etwa der Brennvorgang oder die Trocknung. Klimarelevante Emissionen treten entweder direkt beim Ziegelwerk oder bei der (entfernten) Stromgewinnungsanlage auf. Eine Verringerung der Emissionen kann vor allem durch eine Erhöhung der Energieeffizienz im eigenen Werk erreicht werden. Aber auch der Einsatz erneuerbarer Energieträger trägt zur Reduktion der CO2-Emission bei. Direkte klimarelevante Emissionen sind zudem kostenrelevant, da die keramische Produktion dem europäischen CO2-Emissionshandel unterliegt. Ressourceneffizienz umschreibt den sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen wie Rohstoffen oder auch Umweltgütern. Im Produktionsprozess werden Verschnitt und Ziegelbruch vermieden – die verbliebenen Produktionsabfälle werden großteils einem internen Recycling zugeführt. Der Wasserverbrauch in der keramischen Produktion kann durch Effizienzmaßnahmen und durch Kreislaufführung weiter reduziert werden.

Soziale Aspekte in der Produktion

Die Themen Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter sowie Unternehmensethik und Compliance sind wichtige soziale Aspekte in der Produktion. Im Bereich Ziegel ist der Schutz der Mitarbeiter vor einer Belastung mit Quarzfeinstaub ein wichtiges Gesundheitsthema. Diese kann etwa beim Schleifen und Schneiden der Ziegel auftreten. Durch technische und organisatorische Maßnahmen sowie persönliche Schutzausrüstung kann die Exposition der Mitarbeiter gesenkt werden. Staubüberwachung, Gesundheitskontrollen und Schulungen dienen ebenfalls dazu, die Belastung und damit das Risiko für eine Erkrankung zu senken. Diese und weitere Aspekte sind in den Kapiteln Mitarbeiter und Gesellschaftliche Verantwortung beschrieben.

Nachhaltigkeit in der Nutzungsphase und End-of-Life

Ziegel sind langlebig und widerstandsfähig. Sie bieten guten Schutz vor Feuer, bei Erdbeben oder Überschwemmungen. In der Nutzungsphase helfen wärmedämmende Ziegel, den Energieverbrauch von Gebäuden und damit die CO2-Emissionen zu reduzieren. Zudem kann die Energieeffizienz von Gebäuden durch intelligente Gesamtkonzepte optimiert werden. Hintermauerziegel tragen zu einem gesunden Raumklima sowie guter Innenraumluftqualität bei. Vormauer- und Dachziegel prägen das Erscheinungsbild von Gebäuden, sie halten der Witterung langfristig stand und sind einfach zu pflegen sowie zu reinigen. Ziegelfassaden, geneigte Ziegeldächer oder Ziegelpflasterungen stellen oft ein regionales, kulturelles Erbe dar.

Auch das Interesse an der Wiederverwendung historischer Ziegel nimmt zu. Bei der Demontage von Gebäuden kann keramisches Material von anderen Baurestmassen getrennt und das Produkt anschließend wieder verwendet werden. Auf die Errichtung und Demontage von Bauten hat Wienerberger nur wenig Einfluss. Durch gute Planung der Bautätigkeit kann Verschnitt oder die Menge an anfallender Retourware reduziert werden. Der Einsatz von recycelten Rohstoffen aus Baurestmassen in der Ziegelproduktion ist zwar technisch möglich, derzeit jedoch wirtschaftlich nicht darstellbar. Dennoch achtet Wienerberger im Sinne eines Urban Mining bereits heute auf die Recyclierbarkeit ihrer Ziegel-Produkte.

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