Prozess der Wesentlich­keits­analyse 2014:
Kunststoffrohre

Wertschöpfungskette: Kunststoffrohre

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Die Beschreibung der wichtigsten Stufen der Wertschöpfungskette für den Bereich der Kunststoffrohre und -Fittings gilt für die Business Unit Pipelife, inklusive des Standorts Pipelife in der Division North America.

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Nachhaltigkeit in der Lieferkette und bei Rohstoffen

Pipelife-Rohre und -Fittings werden vorwiegend aus PVC-Pulver und Polyolefin-Granulaten, die auf Erdöl basieren, hergestellt. Relevante Nachhaltigkeitsaspekte sind Schutz der Umwelt und Einhaltung der Menschenrechte bei der Erdölgewinnung sowie Energieeffizienz und Klimaschutz in der Erdölverarbeitung. Bezogene Kunststoffe (PVC, PP und PE) sollten frei von potenziell gefährlichen Stoffen sein. Innerhalb der EU ist dies durch REACH geregelt (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), in den USA durch den TSCA (Toxic Substances Control Act).

Recyclingkunststoffe können bei vielen Pipelife-Produkten eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass Produktqualität, die vorgeschriebenen Produkteigenschaften sowie die relevanten Standards und Normen eingehalten werden. Der Einsatz von Recyclingkunststoffen ist eine Möglichkeit, um die Wertschöpfungskette von Pipelife-Produkten ökologisch vorteilhafter zu gestalten.

Umweltaspekte in der Produktion

In der Produktion von Kunststoffrohren und -Fittings wird hauptsächlich Energie in Form von Strom verbraucht. Daher steht hier die Energieeffizienz im Fokus. Der Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen bietet die Möglichkeit, die indirekten CO2-Emissionen zu reduzieren. Direkte CO2-Emissionen fallen in der Produktion kaum an, daher ist Pipelife auch nicht dem europäischen CO2-Emissionshandel unterworfen. Der Wasserverbrauch zu Kühlungszwecken aus öffentlichen Netzen ist sehr gering. Aus Brunnen oder Oberflächengewässern werden jedoch größere Mengen Wassers entnommen, die aber frei von Verschmutzung wieder in die Umwelt entlassen werden und somit keinen Verbrauch im eigentlichen Sinne darstellen. Möglichkeiten, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, bieten Produktdesign sowie Minimierung von Verschnitt und Ausschuss.

Soziale Aspekte in der Produktion

Wie bei den anderen Divisionen auch sind die Themen Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter sowie Unternehmensethik und Compliance wichtige soziale Aspekte in der Produktion. Diese und weitere Aspekte sind in den Kapiteln Mitarbeiter und Gesellschaftliche Verantwortung beschrieben.

Nachhaltigkeit in Nutzungsphase und End-of-Life

Nachhaltigkeitsaspekte in der Nutzungsphase sind so vielfältig wie die Produktpalette von Pipelife. Gemeinsame Nenner sind jedoch einerseits eine hohe Produktqualität, welche für die Langlebigkeit der Produkte und für die Vermeidung von Sickerverlusten entscheidend ist, sowie andererseits die Innovationskraft neuer Produkte. Bedarf besteht etwa im Bereich öffentlicher Infrastruktur. So werden aufgrund des Klimawandels die Wetterereignisse in vielen Teilen der Welt extremer. Neben Überschwemmungen werden zunehmend durch Regenwasser überlastete Kanal- und Wassermanagementsysteme zum Problem. Pipelife bietet Lösungen zur Bewältigung vermehrter Starkregenereignisse. Das anfallende Wasser kann so auch mit weniger Fläche effizient aufgefangen, gespeichert und wiederverwendet werden. Bei Rückhaltung und Wiederverwendung sollte das Wasser so sauber wie möglich sein. Dafür bietet Pipelife eine fortschrittliche Filter- und Reinigungstechnik, wie etwa Schwermetall- oder Ölabscheider, an. Pipelife verfügt auch bereits über Lösungen für Klein-Kläranlagen, die dezentral eingesetzt werden können. Derartige Techniken sind auch für den Einsatz in Entwicklungsländern geeignet.

Im Bereich Grünraum tragen Kunststoffrohre auf verschiedene Weise zur Nachhaltigkeit bei. Bewässerungssysteme ermöglichen die Steigerung landwirtschaftlicher Erträge für eine wachsende Weltbevölkerung und verbessern die Effizienz der Nutzung des knappen Guts Wasser. Drainagen verhindern durch Starkregenereignisse bedingte Muren. Im Gebäudebereich tragen Kunststoffrohre zum Klimaschutz bei: So können etwa die Wärmeverluste durch isolierte Heizungs- und Warmwasserrohre minimiert werden. Erd- und Sonnenkollektoren aus Kunststoffrohren ermöglichen den Einsatz von erneuerbaren oder alternativen Energiequellen. Darüber hinaus können spezielle Kunststoffrohre für Elektroinstallationen den Schutz vor elektromagnetischen Feldern verbessern. Bei der Montage legt Pipelife viel Wert auf die Einfachheit der Installation. Pipelife-Produkte werden so designt, dass sie einfach zu installieren sind, beispielsweise durch die Reduktion des Produktgewichtes unter Beibehaltung der Produktqualität und -sicherheit.

Kunststoffrohre am Ende des Lebenszyklus können bereits heute einer Verwertung zugeführt werden. So ist Pipelife zum Beispiel Mitglied im Österreichischen Arbeitskreis für Kunststoffrohr Recycling (ÖAKR). Dieser hat ein flächendeckendes Sammelsystem für Altrohre, Formstücke und bei der Verlegung anfallende Rohrreste eingerichtet. Rezyklate gebrauchter PVC–Rohre werden bei Pipelife für die Herstellung von Kabelschutzrohren verwendet. Ziel einer modernen Abfallwirtschaft ist eine hohe Recycling-Rate, eine effiziente energetische Nutzung sowie das Vermeiden einer Ablagerung auf Deponien. Pipelife ist nicht in Märkten tätig, in denen unsachgemäße Entsorgungspraktiken wie das ungeregelte Verbrennen PVC-haltiger Kunststoffrohre praktiziert werden.

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