Prozess der Wesentlich­keits­analyse 2014: Betonflächen­befestigung
Wertschöpfungskette: Betonflächen­befestigungen

Zurück zur Übersicht

Die im Folgenden beschriebenen wichtigsten Stufen der Wertschöpfungskette für den Produktbereich Betonflächenbefestigungen gelten für die Business Unit Semmelrock.

0918_wienerberger_jpgs-10

Nachhaltigkeit in der Lieferkette und bei Rohstoffen

Flächenbefestigungen aus Beton basieren in erster Linie auf Sand, Kies, Schotter sowie Zement, für den Kalkstein und Ton bzw. Mergel die wesentlichen Rohstoffe ausmachen. Beim Abbau dieser mineralischen Rohstoffe stehen Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter sowie der Schutz von Anrainern vor Lärm- und Staubbelastungen im Fokus, ebenso der Schutz der Natur und Nachnutzungskonzepte bei den Abbaustätten. Die Herstellung von Zement ist ein sehr energieintensiver Prozess. So sind Brenntemperaturen von rund 1.450 °C erforderlich. Um diese hohen Temperaturen zu erreichen, werden heizwertreiche Brennstoffe wie Steinkohle und Heizöl eingesetzt. Diese werden mittlerweile zunehmend durch andere Brennstoffe fossilen Ursprungs wie Altreifen, aufbereitete Kunststoffe und Altöle ersetzt. Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet, vom Rohstoff bis zum End-of-Life, stammt ein Großteil der CO2-Emissionen der Semmelrock Betonprodukte aus der Zementproduktion. Durch Einsatz von Recyclingbeton kann der Carbon Footprint minimiert werden, zugleich werden dadurch Abbaustätten entlastet.

Die Zuschlagstoffe wie Sand, Kies und Splitt werden aufgrund des Gewichts nur kurze Strecken transportiert, wodurch transportbedingte CO2-Emissionen minimiert werden. Aufgrund der Regionalität ist es für die Versorgungssicherheit wichtig, dass ausreichend Abbaustätten in naher Umgebung zur Verfügung stehen.

Umweltaspekte in der Produktion

Im Vergleich zu anderen Prozessen in der Wienerberger Gruppe benötigt die Produktion von Betonflächenbefestigungen vergleichsweise wenig Energie. Im Trocknungsprozess der Betonprodukte wird sogar thermische Energie frei, die zurückgewonnen werden kann. Zur Verringerung der direkten CO2-Emissionen können erneuerbare Energieträger eingesetzt werden. Die Rohstoffeffizienz kann insbesondere durch die Vermeidung von Bruch und Ausschuss und die Rückführung von Produktionsabfällen in den Prozess erhöht werden. Durch intelligentes Produktdesign können Rohstoffe bei gleichzeitiger Wahrung der Produktqualität eingespart werden. Wasser, ein wichtiger Rohstoff für zementgebundene Produkte, wird in erster Linie aus eigenen Brunnen bezogen. Über verschiedene Effizienzmaßnahmen oder über Kreislaufführung wird der Wasserverbrauch gesenkt. Beim Verpackungsmaterial stehen die Vermeidung, die Wahl ökologisch vorteilhafter Materialien sowie die Verwertung als Teil eines nachhaltigen Baustellenmanagements im Fokus.

Soziale Aspekte in der Produktion

Themen sozialer Verantwortung in der Produktion sind die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter sowie Unternehmensethik und Compliance, wie bei den anderen Business Units auch. Die weiteren Aspekte sind näher in den Kapiteln Mitarbeiter und Gesellschaftliche Verantwortung beschrieben.

Nachhaltigkeit in Nutzungsphase und End-of-Life

Nachhaltigkeit bei Betonflächenbefestigungen bedeutet: Die Produkte sollen langlebig, widerstandsfähig, reparierbar und leicht zu reinigen sein. Dies wird durch eine hohe Qualität, einen guten Oberflächenschutz und die Option, auch nach der Veredelung einzelne Steine auszutauschen, ermöglicht. Die Produkte sollen helfen, Unfälle von Nutzern zu vermeiden. Für Fußgänger sollen Semmelrock-Produkte rutschfest sein. Lösungen für Menschen mit Behinderung sind möglich, z.B. Blindenleitsysteme. Semmelrock Pflastersteine und Platten haben Auswirkungen auf Bodenversiegelung, Akustik und Mikroklima. Um die Bodenversiegelung zu verringern, ist die Durchlässigkeit für Wasser zu beachten. Negative akustische Effekte wie Verkehrslärm bei Straßenbefestigungen, Echoeffekte in der Stadt etc. können durch ein entsprechendes Produktdesign reduziert werden. In Folge des Klimawandels werden Städte zusätzlich aufgeheizt. Hierzu tragen auch Betonflächen bei, da sie Hitze speichern. Alle diese Aspekte stellen eine Herausforderung dar, der mit Produktinnovationen begegnet werden kann. Der Einsatz naturnaher Materialien ist auch bei Zusatz-Equipment wie Pflasterfuge, Klebemörtel oder Fugensandfestiger zu berücksichtigen. Bei Designelementen wie etwa Pflastersteinen mit LED-Beleuchtung sind Eco-Design-Grundsätze relevant.

Geringen Einfluss hat Semmelrock auf die Bau- und Demontagephase seiner Produkte. In der Demontage ist es entscheidend, dass Betonabbruch möglichst sortenrein und frei von Verunreinigungen vorliegt. Dann ist eine Weiterverwendung etwa als Unterbaumaterial für Straßenbeläge gut möglich. Fein aufbereiteter Recyclingbeton kann auch als Sekundärrohstoff in der Herstellung neuer Betonprodukte eingesetzt werden. Dabei besteht aber häufig noch die technische Herausforderung, die Produktqualität zu wahren. In den Semmelrock Produktionsprozess rückgeführtes Abbruchmaterial stellt heute noch keinen großen Materialstrom dar.

Zurück zur Übersicht