Produktion
Nachhaltiger Rohstoffbezug und Abbau

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Langfristige Verfügbarkeit von Rohstoffen wird kontinuierlich geprüft

Ein zentraler Aspekt nachhaltiger Unternehmensperformance ist die langfristige Verfügbarkeit von Rohstoffen. Um die Risiken einer möglichen Verknappung abzufedern, verfolgt Wienerberger mehrere Ansätze wie etwa die Erhöhung der Rohstoffeffizienz (das heißt weniger Verluste und Abfälle), vermehrtes Recycling, aber auch frühzeitiges Erkennen einer möglichen Verknappung und die Diversifizierung von Bezugsquellen. Clay Building Materials Europe hat zum Beispiel im Jahr 2013 einen Aktionsplan zur Sicherung der strategischen Rohstoffversorgung für die nächsten 20 Jahre aufgelegt. 2014 wurde eine Risikoanalyse aller Tonabbaustätten begonnen, woraus nun weitere Schritte abgeleitet werden. Im Rahmen der Sustainability Roadmap 2020 werden ähnliche Schritte für den Rohstoffbezug bei Steinzeug-Keramo, North America und Semmelrock unternommen. Bei Pipelife trägt eine Diversifizierung der Lieferantenstruktur zur langfristigen Sicherung der Rohstoffversorgung bei.

Naturschutz und Renaturierung bei Abbaustätten

Naturschutz und eine sinnvolle Nachnutzung im Rahmen eines Nachnutzungskonzepts sind wichtige Nachhaltigkeitskriterien für den Betrieb von Abbaustätten. Das bedeutet, geschützte Gebiete zu achten, aufgelassene Abbaustätten zu rekultivieren bzw. zu renaturieren oder für die Nachnutzung entsprechend bereitzustellen. Bei eigenen Tongruben, welche von Wienerberger betrieben werden, sind Naturschutz und Nachnutzungskonzepte gewährleistet. Abbaubetreiber in der Supply Chain werden derzeit noch keiner detaillierten Prüfung hinsichtlich ökologischer oder sozialer Aspekte unterzogen.

Schutz der Anrainer bei eigenen Abbaustätten

Bei Abbaustätten stellen die Anrainer eine wichtige Stakeholdergruppe für Wienerberger dar. Neue Abbaustätten bedürfen eines intensiven behördlichen und rechtlichen Genehmigungsprozesses, der von Wienerberger selbstverständlich eingehalten wird. Zudem sucht Wienerberger den offenen Dialog mit den betroffenen Anrainern, da deren Sicherheit und Gesundheit ein wichtiges Anliegen für das Unternehmen sind.

Gesundheit und Sicherheit bei eigenen Abbaustätten

Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter bei eigenen Tonabbaustätten sind für uns von besonderer Bedeutung. Die Vermeidung von Arbeitsunfällen, die Minimierung der Staubexposition, aber auch Lärmschutz haben hier höchste Priorität. Wienerberger legt großen Wert darauf, dass sämtliche Bestimmungen zur Arbeitssicherheit und zum Schutz vor etwaigen gesundheitlichen Belastungen eingehalten werden. Da Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter bei eigenen Abbaustätten wesentliche Themen darstellen, werden zukünftige Nachhaltigkeitsberichte verstärkt darauf eingehen.

Nachhaltigkeit in der Kunststoffproduktion: Der Pipelife Supplier Code of Conduct

Nachhaltiger Rohstoffbezug umfasst auch in der Kunststoffindustrie einige zentrale Punkte: sie reichen von Naturschutz und Rechten regionaler Stakeholder in der Rohölgewinnung bis hin zur üeffizienz in der Verarbeitung in der petrochemischen Industrie. Derzeit werden Kunststofflieferanten von Pipelife noch keiner Nachhaltigkeitsbewertung unterzogen, da noch entsprechende Nachhaltigkeitszertifizierungen oder Labels hierfür fehlen. Allerdings erwartet Pipelife von seinen Lieferanten, dass diese sich an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit orientieren.

Einsatz von biogenen und sekundären Rohstoffen

Der Einsatz von Sekundärrohstoffen ist unter dem Aspekt der Ressourceneffizienz wesentlich und stellt ein wichtiges Zukunftsthema dar. Abhängig von den Materialien und den Einsatzbereichen unterscheiden sich die technischen Möglichkeiten allerdings stark. Der Einsatz von Sekundärrohstoffen ist im Kunststoffbereich bereits etabliert. Auch in der keramischen Produktion werden Sekundärrohstoffe als Zuschlagstoffe eingesetzt. So werden keramischen Produkten etwa Asche, Schlacke, EPS, Papierfasern, Sägespäne oder Stroh beigemengt, um die erforderlichen Produktqualitäten zu erhalten. Eine sehr große Herausforderung ist jedoch, Sekundärrohstoffe als Ersatz von Primärrohstoffen einzusetzen. Während innerhalb der Werke aufgrund des hohen Reinheitsgrades Reststoffe aus der Produktion im Kreislauf geführt werden können, ist der Einsatz externer keramischer Sekundärrohstoffe derzeit noch schwer möglich. Keramisches Material kann zwar von anderen Baurestmassen getrennt und erneut in der Produktion von Baustoffen eingesetzt werden, steht aber derzeit noch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Insbesondere Fassaden- oder Dachmaterial kann beim Abbruch eines Hauses recycelt und direkt in der Ziegelproduktion eingesetzt werden. Generell ist festzuhalten, dass der Einsatz von Recyclingmaterialien in den meisten Business Units als zukunftsträchtiges Entwicklungsfeld gilt und daher aktuell – mit Ausnahme von Pipelife – noch keine konsolidierten Recyclingquoten vorliegen.

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